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Herbst-MosaikjungferHerbst-Mosaikjungfer auf der Klär­schlamm­vererdungsanlage HeringenWissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Schilf­beete von Vererdungsanlagen sind Lebensraum für gefährdete Tierarten und tragen zum Erhalt unserer Artenvielfalt bei.

Libellen schwirren durch die Luft, ein gutes Dutzend Feldsperlinge hat sich laut schwatzend in einem Weißdorngebüsch niedergelassen und aus dem dichten Schilfbestand tönt das Lied eines Teichrohrsängers. Diese Naturidylle befindet sich aber nicht etwa an einem schilfbestandenen Seeufer inmitten eines Naturschutzgebietes, sondern auf dem Gelände einer EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlage.

Schilfbestände sind Lebensraum für seltene Arten

Schilf wächst in flachen Uferbereichen von Seen und Fließgewässern und bildet dort einen ganz eigenen Lebensraum. Dichte Schilfbestände bieten Schutz: als Brut- und Rastplatz, Versteck und bei der Nahrungssuche. Kein Wunder also, dass sich zahlreiche Tierarten auf genau diesen Lebensraum spezialisiert haben und nur hier vorkommen.

Aber Schilfbestände sind selten geworden, denn in unserer vom Menschen geprägten Landschaft werden Gewässer reguliert, verbaut und trocken gelegt - seit vielen Jahrzehnten. Das hat Folgen: Immer mehr der im Schilf lebenden Tierarten finden sich auf der Roten Liste.

Die dichten, großflächigen Schilfbestände einer EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlage sind attraktive Lebensräume für diese Tierarten. Im Schlamm wühlen Kleintiere, Insekten und andere Wirbellose. Vögel und Amphibien siedeln sich an. Dazu kommt: Kläranlagen liegen meist etwas abseits, oft in der Nähe eines Flusses. Auf dem Betriebsgelände befinden sich fast immer Wiesen und über Jahre gewachsene Baumbestände und Gebüsche. Die großflächigen Schilfbeete einer Vererdungsanlage ergänzen diese Biotopvielfalt und tragen zur Vernetzung von Lebensräumen bei. Artenvielfalt entsteht nunmal vor allem aus Vielfalt an Lebensräumen. Im hessischen Eibelshausen wurde die Klärschlammvererdungsanlage deshalb sogar direkt neben einem bestehenden Naturschutzgebiet errichtet - nur ein Beispiel für den ökologischen Nutzen der Schilfbeete.

Artenvielfalt, wissenschaftlich belegt

Wirbeltiere und Vögel stellen aber nur einen kleinen Teil der Bewohner des Schilfes dar, die größte Arten- und Individuenzahl zeigen die wirbellosen Tiere. In den hohlen Schilfhalmen finden sich Asseln, Spinnen, Milben, Springschwänze, Ameisen, Lauf- und Kurzflügelkäfer. Hier befinden sich der Brutplatz für Wildbienen, Schilfgallenfliegen und der Futterplatz für die Raupen vieler Schmetterlinge.

2014 wurden im Auftrag von EKO-PLANT faunistische Bestandsaufnahmen auf mehreren Vererdungsanlagen durchgeführt. Ein Schwerpunkt war dabei die Erfassung von Zikaden, denn die kleinen, oft unscheinbaren Insekten sind tatsächlich hervorragende Bioindikatoren und werden im Naturschutz häufig für die Bewertung der Güte von Lebensräumen herangezogen. Ergebnis: Mehr als 50 Zikadenarten, davon 5, die in der Roten Liste als gefährdet aufgeführt sind. Klärschlammvererdungsanlagen weisen somit ein beachtliches Potenzial zum Schutz von gefährdeten, feuchtgebietstypischen und auf Schilf spezialisierten Tierarten auf. Aber auch gefährdete Vogelarten wie Feldsperling, Mehl- und Rauchschwalbe, Star und Neuntöter sowie echte Röhrichtspezialisten wie der Teichrohrsänger wurden bei den Untersuchungen festgestellt.

Klärschlammvererdung kann eben mehr als nur entwässern. Und EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlagen zeigen, dass sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bestens verbinden lassen. Wir werden auch künftig die Flora und Fauna auf unseren Vererdungsanlagen erfassen und Sie über neue Erkenntnisse informieren. Die gesamte Fläche unserer Anlagen umfasst mittlerweile über 1 Million Quadratmeter. Viel Platz für viele Lebewesen.