Kontakt

THE PAULY GROUP

Bahnhofstraße 12
37249 Neu-Eichenberg

Newsletter

Bestellen Sie unseren Newsletter

Bitte beachten sie unsere Hinweise zum Datenschutz

Torsten HoltzTorsten Holtz, Leiter der Abteilung Entsorgung bei den Bau- und Entsorgungsbetrieben Emden
Foto: privat
Seit 1996 wird der Klärschlamm des Hauptklärwerks Emden in einer EKO-PLANT Klärschlamm­vererdungs­anlage entwässert und vererdet. Im Interview spricht Torsten Holtz, Leiter der Abteilung Entsorgung der Bau- und Entsorgungsbetriebe Emden, über die Erfahrungen im praktischen Betrieb.

Herr Holtz, Emden setzt bereits seit 1996 auf Klär­schlamm­vererdung. Was waren damals die Gründe, sich für eine EKO-PLANT Klärschlamm­vererdungs­anlage zu entscheiden?

Entscheidend waren damals die deutlich geringeren Energiekosten für die Schlammentwässerung. Dazu kam, dass durch die Schließung der eigenen Erd- und Bauschuttdeponie ein kompletter Entsorgungsweg weggefallen war und die Entsorgung neu geregelt werden musste. Die Klärschlammvererdung war da ein innovatives und vielversprechendes Konzept, das die damaligen Entscheidungsträger überzeugt hat.

Welche Vorteile der Klärschlammvererdung machen sich in Emden für Sie am deutlichsten bemerkbar?

Da wären natürlich, wie schon gesagt, die erheblich geringeren Energiekosten. Der Betrieb unserer Klärschlammvererdungsanlage läuft aber auch einfach völlig problemlos. Der Klärschlamm muss nur noch in Richtung Anlage gepumpt und auf die Schilfbeete verteilt werden. Dann läuft alles andere von allein.

EKO-PLANT übernimmt auch das Verwertungsmanagement für Sie, also die Akquisition landwirtschaftlicher Flächen, die Düngeplanung, den Transport und die Ausbringung sowie die Dokumentation. Welche Zuarbeit müssen Sie im Rahmen der Räumung und Verwertung der Klärschlammerde selbst leisten?

Finanzielle Mittel bereitstellen und Aufträge schreiben - mehr nicht!

Seit 2003 wurden in Emden mehr als 20 Räumungen durchgeführt und mehr als 50.000 Tonnen Klärschlammerde in der Landwirtschaft verwertet. Sind Räumung und Verwertung zu Ihrer Zufriedenheit verlaufen? Wo sehen Sie Optimierungsbedarf?

EKO-PLANT hat hier in Ostfriesland ein gutes Netzwerk aufgebaut, so dass die landwirtschaftliche Verwertung unserer Klärschlammerde zu unserer vollsten Zufriedenheit verläuft. Auch der Kontakt zu unseren zuständigen Mitarbeitern ist sehr gut.

Ob man noch optimieren kann würde ich im Moment verneinen. Die landwirtschaftliche Verwertung ist von Faktoren abhängig, die nicht beeinflussbar sind - wie Wetter, untersuchte Parameter im vererdeten Schlamm und ob der Landwirt die Klärschlammerde als Dünger haben möchte.

Wie ist in Ihrer Region aktuell die Lage bei der Klärschlammentsorgung und -verwertung?

Wer eine Klärschlammvererdungsanlage betreibt und bereits langfristige Entsorgungsverträge abgeschlossen hat, hat keine Probleme.

Um die landwirtschaftliche Verwertung zu sichern, stellt EKO-PLANT in Emden aus der Klärschlammerde einen organisch-mineralischen Phosphordünger her – EKO-Terra Ca+. Dieser Dünger hat keinen wesentlichen Gehalt an Stickstoff, unterliegt nicht den Sperrfristen der Düngeverordnung und schafft so mehr Möglichkeiten in der Verwertung. Trotz novellierter Düngeverordnung konnten so in Emden in den letzten Jahren rund 11.000 Tonnen EKO-TERRA Ca+ überwiegend regional verwertet werden. Welche Vorteile organisatorischer Art bringt Ihnen die Innovation EKO-TERRA Ca+?

Wir haben EKO-PLANT bei der Forschung und Entwicklung von EKO-TERRA Ca+ unterstützt, indem wir Ihnen unsere Nachlagerfläche auf dem Gelände der Klär­schlamm­vererdungs­anlage dafür zur Verfügung gestellt haben. Das Ergebnis ist ein hervorragender Dünger für landwirtschaftliche Flächen, der von den Landwirten gerne genommen wird und zu Zeiten auf die Felder gebracht werden kann, wenn andere Düngemittel untersagt sind. Das erleichtert uns die landwirtschaftliche Verwertung natürlich ungemein.

Sie haben schon im Jahr 2010 eine Nachlagerfläche gebaut. Was bringt Ihnen diese konkret? Bei welchen Rahmenbedingungen würden Sie eine Nachlagerfläche anderen Betreibern von Klärschlammvererdungsanlagen empfehlen?

Die Räumung und landwirtschaftliche Verwertung ist von Faktoren abhängig, die man schwierig oder nicht beeinflussen kann − Parameter, Wetter, Annahme Landwirt − ich erwähnte es bereits. Durch den Bau einer Nachlagerfläche kann man für einige Zeit diesen Umständen entgegenwirken, besser gesagt: Zeit gewinnen.

Ab 2032 wird die landwirtschaftliche Verwertung für eine Kläranlage ihrer Ausbaugröße nicht mehr möglich sein. Haben Sie bereits Vorstellungen wie Sie dann Ihre Klärschlammerde entsorgen werden? Ist die Verbrennung schon ein Thema?

Wir haben schon jetzt einen Kooperationsverbund mit den Städten Aurich, Leer und Papenburg geschlossen und lassen im Rahmen einer Studie untersuchen, wie und wo eine mögliche Verbrennung der Klärschlämme erfolgen könnte.

Werden Sie auch in Zukunft weiter auf die Klärschlammvererdung setzen?

Sollte sich seitens der Gesetzgebung nichts weiter ändern, werden wir in Emden solange wie möglich auf die Klärschlammvererdung setzen.

Wie stellen Sie sich die zukünftige Zusammenarbeit mit EKO-PLANT vor?

Ich schätze den bestehenden offenen Austausch zu allen Problemen und Entwicklungen im Bereich der Vererdung. Das sollte auch zukünftig so weitergehen.

Wie ist ihr Resümee nach 23 Jahren Erfahrung mit der EKO-PLANT Klär­schlamm­vererdung? Hat sich der Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden 1996 richtig entschieden?

Wenn man aus heutiger Sicht die Klärschlammverordnung, das neue Düngemittelrecht und die Problematik der fehlenden Kapazitäten im Verbrennungssektor für Klärschlamm in Ansatz bringt, hat man 1996 mit dem Umstieg auf die Klärschlammvererdung alles richtig gemacht.