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Der Vorstand des "Naturbad Brackwede" e. V. Der Vorstand des Fördervereins blickt auf elf erfolgreiche Jahre zurück.Foto: "Naturbad Brackwede" e. V.Seit 2008 hat sich das EKO-PLANT Naturerlebnisbad Brackwede zum Familienbad Nummer 1 der Region Bielefeld entwickelt. Im Interview berichtet der Förderverein über seine Arbeit und die Gründe für den Erfolg.

Seit 1993 engagiert sich der Freibad Brackwede e. V. erfolgreich für den Erhalt und Betrieb des kommunalen Freibades. Der Förderverein war maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, das Bad zum Naturerlebnisbad mit biologischer Wasseraufbereitung umzubauen. Im Interview sprechen der 1. Vorsitzende Heinz-Georg Steinhoff-Röhs und die Beisitzerin Martina Brand über den Erfolg ihrer Arbeit.

Welche Bedeutung hat das Naturbad für Bielefeld-Brackwede?

Das Bad gibt es jetzt bereits seit 90 Jahren und sollte vor 13 Jahren geschlossen werden, weil es sich nicht mehr rentiert hat, es war alt und kaputt. Da immer weniger Familien in den Urlaub fahren, sind die Freibäder für Kinder im Sommer umso wichtiger. Wir bieten eine Alternative zum Urlaub. Mittlerweile ist unser Einzugsgebiet auf 50 bis 100 km angestiegen. Die Leute bleiben den ganzen Tag, nicht so wie früher nur 15 Minuten, um ihre Bahnen zu ziehen, und weg sind sie wieder. Die Zielgruppe hat sich gewandelt. Das Naturbad Brackwede ist seit dem Umbau zum Familienbad Nummer 1 in Bielefeld geworden.

Was führte zur Gründung des Fördervereins und welche Rolle spielt er heute?

Das Freibad sollte zubetoniert werden. Der Förderverein hat sehr dagegen gekämpft und immer die Mitarbeit zur Erhaltung des Freibades zugesagt. Konkret übernehmen unsere ehrenamtlichen Mitglieder z. B. viele Reinigungsarbeiten und komplett autonom den Kassendienst. Im Sommer sind bis zu 3 Kassen zu besetzen, da ist die Kapazität teilweise schon ausgereizt. Anfang des Jahres sind dann eineinhalb bis zwei Monate Aufbereitungsphase, dafür kriegen alle Mitglieder stetig Informationen und können jederzeit mithelfen. Kalk muss von den Wänden geschrubbt, der Sand von Unkraut befreit werden u.v.m. Unser Ziel ist es, jedes Jahr Mitte Mai das Bad zu öffnen.

Die Freibäder sind, dank Greta und Klimawandel, immer mehr ausgelastet. An einem Wochenende musste sogar der Einlass gestoppt werden, da es sonst überfüllt gewesen wäre. Im ersten Jahr hatte der Förderverein 400 Mitglieder, heute nach 11 Jahren, können wir auf 2.800 Mitglieder sehr stolz sein.

Was waren die Gründe für den Umbau zu einem Naturerlebnisbad von EKO-PLANT?

Die Entwicklung war so, dass das Bad ganz früher auch ein Naturbad war, dann zum Chlorbad umgebaut worden ist und vor 11 Jahren durch EKO-PLANT wieder in ein Naturbad gewandelt wurde - back to the roots. Der Aufwand für den Förderverein ist dadurch gestiegen − die Reinigung der Becken vom Sand und ganz ohne Putzmittel ist da der Hauptschwerpunkt − doch mit dieser Lösung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist ein großes Plus und somit machen wir es gern. Außerdem ist es spannend zu sehen, wie die Natur sich ihr Gelände zurückerobert. Wir haben Frösche, Kröten, Teichmolche, eine Wasserschildkröte und Kaninchen auf dem Gelände. Im Sommer kann man abends die Eisvögel und Fledermäuse beobachten. Natur und Mensch im Einklang funktioniert.

Welche Veranstaltungen werden vom Förderverein organisiert?

Uns ist es ganz wichtig, nicht nur ein Naturbad zu haben, was ökonomisch und ökologisch arbeitet, sondern auch vieles mehr bietet. So haben wir Bienenvölker auf unserem Gelände und Nistkästen für Fledermäuse, die zusammen mit den Kindern gebastelt werden. Wir wollen das Thema Natur an die Kinder weitergeben.

Des Weiteren haben wir kleinere Veranstaltungen für die Vereinsmitglieder, Kulturveranstaltungen und größere Konzerte im Sommer. Die Gemeinschaft steht da immer im Vordergrund. Nur mit gemeinsamer Manpower kann man das Naturbad weiterführen. Dazu gehören auch kleine Feiern nach getaner Arbeit, wenn wir wieder Sand schaufeln und anschließend mit den 50 bis 60 helfenden Mitgliedern Kaffee, Bratwurst und später auch Cocktails genießen. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist mit ihrem Engagement immer dabei.

Die Besucherzahlen konnten seit der Sanierung durchschnittlich mehr als verdoppelt werden. Worauf führen Sie diese Steigerung zurück?

Zum einen der Faktor Naturbad − Schwimmen ohne Chlor. Es gibt viele Menschen mit Allergien oder die Chlor nicht ausstehen können. Das Einzugsgebiet wurde enorm gesteigert, lange Wege werden in Kauf genommen und manche verbringen sogar ihre Ferien hier, um täglich ins Naturbad gehen zu können. Dann die Familienfreundlichkeit mit der tollen Anlage. Der Sandstrand ist für die Kleinkinder am wertvollsten und macht sie glücklich. Somit ist die Zielgruppe ganz klar bei kinderreichen Familien.

Diese und letzte Saison waren der Hammer, die Kapazität war schon sehr ausgereizt. Und auch an schlechten Wettertagen haben wir 40 bis 50 Stammkunden, die regelmäßig ins Naturbad kommen.

EKO-PLANT unterstützt im Rahmen des „Betriebsbegleitenden Engineerings“ den reibungslosen Betrieb des Bades. Wie sind Ihre Erfahrungen mit EKO-PLANT?

Die Koordination und Terminwahrnehmung läuft alles über unsere Schwimmmeister. Aber wenn man sich mal sieht und was zu besprechen hat, dann läuft es reibungslos. Der ein oder andere Kaffee ist auf jeden Fall immer sicher. 

Nach 10 Jahren Naturschwimmbad - was ist Ihr Fazit?

Wir sind glücklich und zufrieden mit dem Ist-Zustand. Wenn die nächsten Sommer so werden wie die letzten beiden, brauchen wir auf jeden Fall mehr ehrenamtliche Helfer, um alles unseren Ansprüchen entsprechend umsetzen zu können. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass es genau so weitergeht. Besucher die einmal bei uns waren, sind total begeistert und kommen auf uns zu, ob sie helfen können. Da sehen wir an einem Tag plötzlich einen Mann mit zwei Gießkannen, der die Blumen und Bäume gießt. Ein ganz normaler Besucher, der gesehen hat, dass die Pflanzen in der starken Hitze zu trocken waren. Anstatt sich zu beschweren, bringt er einfach Gießkannen mit und macht die Arbeit selbst. Das ist das A und O in unserer Vereinsarbeit, die starke Gemeinschaft und der Spaß dabei.

Wir wollen außerdem versuchen, den Schwerpunkt immer mehr auf kinderstarke Familien zu setzen. Die Kinder sollen, auch wenn sie nicht in den Urlaub fahren, nach den Ferien in der Schule berichten, das der Urlaub zu Hause im Naturbad Brackwede wundervoll gewesen ist und sie einen super spannenden Sommer hatten.

Weitere Informationen finden Sie auf den Websites Naturfreibad Brackwede und Erfolgsstory Naturfreibad Brackwede.