Kontakt

THE PAULY GROUP

Bahnhofstraße 12
37249 Neu-Eichenberg

Newsletter

Bestellen Sie unseren Newsletter

Bitte beachten sie unsere Hinweise zum Datenschutz

"Wir haben unseren Idealismus bis heute nicht verloren"

Maria Damer und Norbert Determann leisten auf Madagaskar Entwicklungshilfe in eigener Regie.

Sie unterstützen eine Schule mit 1.300 Kindern und eine ambulante Krankenstation; zusätzlich hat Schlossermeister Determann in der Stadt Tolagnaro (früher Fort-Dauphin) einen holzverarbeitenden Betrieb mit heute 25 Mitarbeitern aufgebaut.

Seit 2005 lebt das Ehepaar auf der viertgrößten Insel der Erde, die vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean liegt.

Bereits als junger Mann war Norbert Determann auf Madagaskar tätig. Beim katholischen Hilfswerk Misereor bzw. (bei der katholischen Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) leistete er seinen dreijährigen Ersatzdienst als Entwicklungshelfer ab. Später war er zweimal, davon einmal gemeinsam mit Maria Damer, für jeweils zwei Jahre im westafrikanischen Togo, wo beide in der Entwicklungshilfe arbeiteten.

1985 kamen Sie zurück nach Deutschland. Seitdem träumten sie von einer Rückkehr nach Afrika, um in ihrem Sinne etwas gegen die Armut dort zu tun. Maria Damer sagt dazu: "Wir haben unseren Idealismus bis heute nicht verloren."

2005 machten sie ihren Traum schließlich wahr: Norbert Determann verkaufte seine Anteile am eigenen Unternehmen, das Maschinen für die Holzverarbeitung fertigt. Er hatte es zusammen mit einem Partner aufgebaut. Sozialarbeiterin Maria Damer kündigte ihre Stelle.

Beide hatten lange überlegt, in welches Land in Afrika sie ziehen sollten. Viele Statten hatten sie in den Jahren zuvor bereist. Ihre Wahl fiel letztendlich auf Madagaskar, eines der ärmsten Länder der Erde. "Dort kann ich mein handwerkliches Wissen weitergeben", sagt Norbert Determann. Bildung sei der Schlüssel zur Entwicklung eines Landes. Sie befähige Menschen, den eigenen Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften.

Das Ehepaar ließ sich im äußersten Südosten der Insel nieder. Die Hauptstadt ist weit entfernt. "Für die mehr als 1.000 Kilometer benötigt man mit dem Auto drei Tage, während der Regenzeit sogar noch länger", berichtet Norbert Determann, der als langjähriger Hobbypilot die Strecke gegebenenfalls auch fliegt. Die Regierung vernachlässige den Süden seit Jahrzehnten, beobachtet der Unternehmer. Viele internationale Hilfsorganisationen sind im Süden tätig.

Straen in Madagaskar 1 von 1 Strae Madagaskar 2 1 von 1








Norbert Determann und Maria Damer wohnen in der Stadt Tolagnaro, deren Einwohnerzahl sich in den vergangenen Jahren auf mehr als 65.000 Menschen verdoppelt hat. Das liegt insbesondere an dem Bergbaukonzern Rio Tinto, der in der Region eine Mine für Ilmenit (Titanoxid) betreibt. Gleichzeitig wird in geringerem Anteil Zikon gewonnen. Die Mine zieht Arbeitssuchende von weither an. Zudem lassen sich in der Stadt Kleinbauern der Region nieder, denen eine langanhaltende Trockenheit die Existenzgrundlage geraubt hat. Ein weiterer Grund ist die allgemeine Landflucht. Doch nicht alle Neubürger finden in Tolagnaro ihr Glück. Nicht wenige leben in ärmlichen Hütten am Rande des Existenzminimums.

Stadt Tolganaro Markt 2 1 von 1

Stadt Tolganaro Markt 1 von 1Stadt Tolganaro Stand 1 von 1







Während Schlossermeister Determann in der Stadt einen Betrieb aufbaute, arbeitete die Sozialarbeiterin Damer zunächst sechs Jahre lang in einer evangelisch-lutherischen Einrichtung für psychisch kranke Menschen. In Deutschland hatte sie 18 Jahre lang eine ähnliche Tätigkeit in einer Klinik und im betreuten Wohnen ausgeübt. So konnte sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen über psychiatrische Behandlung, Psychopharmakologie und sozialtherapeutisches Handeln optimal einbringen.     
Über den Arbeitskreis "Eine Welt" e. V. in Mettingen organisiert sie zudem Hilfsgelder.

"Wir unterstütze die Einrichtung bis heute", sagt Maria Damer. Sie bezahlen das Schulgeld für 120 dort betreute Kinder und kaufen Bücher für sie.

Heute ist die Sozialarbeiterin in einer Schule tätig, die der katholische Pater Albano 2004 gegründet hat. Dort stieg die Zahl der Kinder von zunächst 300 auf heute 1.300 Schüler. "Das Mittagessen ist kostenlos und für die armen Kinder oft die einzige Mahlzeit am Tag", berichtet Maria Damer. Kinder aus armen Familien brauchten zudem kein Schulgeld bezahlen. Außerdem hilft die Sozialarbeiterin in einer ambulanten, von katholischen Nonnen betriebenen, Krankenstation. Dass Ärzte aus Deutschland in und um Tolagnaro behandeln, hat mit ihrer Anwesenheit zu tun.

Norbert Determann berichtet über sein holzverarbeitendes Unternehmen: "In der Firma arbeiten wir mit Absicht nur für den lokalen Markt. Seit 2005 hat sich die Versorgung mit Holz durch Brandrodung, Ausbeutung und Export drastisch verschlechtert. Edle Hölzer wie Palisander, Rosenholz und Eisenholz sind weltweit gefragt! Wir meinen, dass die Kombination von privaten und sozialen Projekten sehr sinnvoll ist. Die Mitarbeiter leben von dem Einkommen, welches verlässlich gezahlt wird; sie erhalten täglich ein Mittagessen, werden zusammen mit ihren Familien medizinisch betreut, zusätzlich gibt es Weihnachts- und Urlaubsgeld".

Schreinerei 1 madagaskar Schreinerei 2 Madagaskar

 

 





Maria Damer und Norbert Determann haben mit Absicht keinen Verein gegründet. Sie arbeiten mit bestehenden Einrichtungen zusammen, beraten und unterstützen sie. Die Frage, was nach ihrem Ausscheiden geschieht, stellt sich dann nicht, denn die Arbeit geht unabhängig von ihrem Engagement in den Einrichtungen weiter.

 

Teaser madagaskar einewelt

Arbeitskreis
"Eine Welt" e. V.

Der Arbeitskreis "Eine Welt" e. V. hat sich zur Aufgabe gestellt, Menschen in schwach entwickelten Regionen der Welt zu helfen.

mehr
Teaser madagaskar menschen

Die Insel Madagaskar und
Ihre Menschen

Hier erfahren Sie mehr über die Menschen der "Roten Insel" im indischen Ozean.

mehr
Teaser madagaskar lemur

Madagaskar - das Land
der Vanille und Lemuren

Erfahren Sie mehr über den zweitgrößten Inselstaat und was es mit dem schwarzen Gold Madagaskars auf sich hat.

mehr