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Wie sieht es auf Madagaskar aus? Welche Tiere und Pflanzen sind dort heimisch? Was hat es mit der Vanille, dem schwarzen Gold Madagaskars und den Lemuren auf sich?

Erfahren Sie hier mehr über ein faszinierendes Land voller Vielfalt.

Die Regionen Madagaskars

Die Insel Madagaskar prägen unterschiedliche Lebensräume und Klimazonen. Das zentrale Hochland, die Dornsavanne im Südwesten und der Regenwald im Osten zeigen erstaunliche Gegensätze.

Landschaft Madagaskar Khe 1 von 1

 

 

 

 

 

Zentrales Hochland

Ursache für die klimatischen und landschaftlichen Unterschiede, die zwischen der Ost- und Westküste sowie im Süden der Insel zu finden sind, ist das zentrale Hochland, welches gen Westen flach abfällt, im Osten jedoch eine steile Wand für die aus Osten kommenden Winde und Wolken bildet.

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Zwei Drittel von Madagaskar sind von dieser Hochebene im inneren der Insel bedeckt. Sie ist teils vulkanischen Ursprungs und erreicht ihren höchsten Punkt mit dem Maromokotro im Tsaratanan-Massiv, der mit 2.876 Metern der höchste Berg der Insel ist.

Doch auch im Hochland selbst sind die ökologischen Unterschiede sichtbar. So ist es nördlich der Hauptstadt Antanarivo gänzlich unbewaldet, während es südlich von Wald bedeckt ist. Der nördliche Teil gilt als eine der fruchtbarsten Regionen; hier werden vor allem Vanille, Zuckerrohr und Kaffee angebaut.

Im Südwesten - die Dornsavanne und das trockene Klima

Die Landschaft im Westen vond Madagaskar ist von Trockensavannen mit großen Baobabwäldern und Sukkulenten gekennzeichnet. Ursprünglich war diese Region mal von trockenem Laubwald bedeckt, welcher jedoch durch Feuer und Brandrodung immer weiter dezimiert wurde.

Im südlichen Teil des Westens gibt es eine Dornensavanne, die sich entlang der Küste, ca. 50-120 km ins Landesinnere erstreckt. In diesem Gebiet fallen jährliche max. 350 mm Regen, die Trockenzeit dauert bis zu 9 Monate. 90 Prozent der hier vorkommenden Pflanzen sind endemisch und meist mit Dornen oder Stacheln ausgestattet, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Dieser Dornenwald ist eines der faszinierendsten Biotope weltweit.

Im Osten der Regenwald

Durch die Feuchtigkeit und den Regen, der das ganze Jahr über an der Ostküste anzutreffen ist, entstand zwischen der Ostküste und dem Hochland ein tropischer Regenwald. Das Kronendach der Wälder liegt auf ca. 30 Meter, was im Vergleich zu anderen Regenwäldern relativ niedrig ist. Der Regenwald Madagaskars beherbergt 5.500 Pflanzenarten, von denen 80 Prozent endemisch sind. Bei den Palmenarten steigt der Anteil der endemischen Arten sogar auf 97 Prozent. Leider sind heute nur noch 4 Prozent der ursprünglichen Regenwälder anzutreffen. Brandrodung, Wanderfeldbau und Holzeinschlag setzen diesen "grünen Juwelen" stark zu.

Durch das Abholzen der Regenwälder werden neue Felder für den Reisanbau urbar gemacht; tausendjährige Tropenhölzer werden illegal geschlagen und über zweifelhafte Kanäle exportiert. Als Folge davon schwindet der Regenwald und mit ihm wird auch der Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten zerstört. Edelhölzer wie Palisander (Rosenholz) und Ebenholz sind besonders begehrt. Über 90% des Rosenholzes werden unverarbeitet in die Volksrepublik China exportiert. Häufig kommt es zu Schmuggel und Falschdeklaration der Holzmengen. So werden die Exportsteuern umgangen oder zumindest beträchtlich reduziert. Dringend benötigte Einnahmen gehen dem Staat Madagaskar so verloren.

Die größte, noch zusammenhängende Regenwaldfläche ist der Masoala-Regenwald nördlich von Toamasina. Aber auch dieser ist zunehmend von außen (Bevölkerungszuwachs, Umwandlung in Ackerflächen etc.) und innen (illegaler Holzeinschlag) gefährdet.

Das tropisch feuchte Klima im Osten bietet eine gute Grundlage für den Anbau von Reis, Maniok, Obst und Gemüse. Aber auch Kaffee, Vanille, Kakao, Zuckerrohr und Gewürznelken werden hier zahlreich produziert und exportiert.

 

Die Vanille - das schwarze Gold von Madagaskar

Schon seit dem 16. Jahrhundert kennt, liebt und handelt die westliche Welt mit Vanille. 50 Prozent der heutigen weltweiten Vanilleproduktion stammen aus dem Hauptanbaugebiet im Norden von Madagaskar. Aus dem ursprünglichen Herkunftsland Mexiko stammen nur noch ca. 10 Prozent der Weltproduktion.
Somit ist Madagaskar weltweit mit Abstand der größte Produzent von Vanille.

Die beliebteste Sorte ist Gewürzvanille, die sogenannte Bourbonvanille. Sie gilt als Sorte mit dem feinsten und ausgewogensten Aroma und ist nach der ehemaligen französischen Kolonialinsel La Réunion, die damals Île Bourbon hieß, benannt.

In Sava, der Region rund um Sambava, herrschen perfekte Bedingungen für den Anbau und die Ernte von Vanille, die ebenso viel Regen wie Sonne braucht. Bis zu 2.000 Tonnen im Jahr exportiert Madagaskar in die übrige welt. Der Export sichert etwa 80.000 Bauern ein Einkommen.

Die Vanillekrise

Auf dem Weltmarkt kostet ein Kilo Vanille bis zu 600 €. Die madegassischen Bauern bekommen mit viel Glück gerade einmal 10 € für ein Kilo Vanille.

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Neben dem geringen Verdienst der Bauern sind Dürren und tropische Wirbelstürme (Zyklone), die Teile der Plantagen zerstören, ein weiteres Problem. Aus diesem Grund bauen die Menschen teilweise andere Pflanzen an, wenn die Vanille ihnen trotz der hohen Weltpreise nichts einbringt. Wenn sich der Vanille-Anbau aber wieder lohnt, müssen sie in Bezug auf Anbau und Ernte Geduld mitbringen: Es dauert drei bis vier Jahre, bis Vanillepflanzen erntereife Früchte bilden. Die Preisspirale könnte jedoch auf Grund der geringen Erntemengen angetrieben werden.

Rund 18.000 verschiedene Produkte beinhalten Vanillearoma, vor allem Lebensmittel wie Joghurt, Speiseeis und Backwaren sowie Parfüme als auch Arznei. Seit dem 19. Jahrhundert wird allerdings das Vanillin, welches die hauptverantwortliche Komponente für das Aroma ist, im Labor synthetisch hergestellt. Laut Agrarökonom Ian Fraser wird heute lediglich nur noch 1% des weltweit in Produkten existierenden Vanillearomas aus echten Vanilleschoten hergestellt.

Dies mindert jedoch nicht die Bedeutung dieses einen Prozents für den internationalen Handel und für die Menschen in Ländern wie Madagaskar.

Hauptgründe für die Vanillekrise sind u.a. die massive, in einem Entwicklungsland konzentrierte Produktion, bei der Faktoren wie Armut und Verbrechen eine Rolle spielen. Darüber hinaus besteht ein relativ kleiner Weltmarkt, auf dem schon kleine Veränderungen in Angebot und Nachfrage Dominoeffekte verursachen können. Außerdem kommt es teilweise zu Manipulationen durch große Lebensmittelkonzerne. Und zuguterletzt wäre da noch ein erhöhtes Konsumenteninteresse an natürlichen Produkten.

 

Außergewöhnliche Tierwelt

Die Artenvielfalt auf Madagaskar ist beeindruckend: Mehr als 90 Prozent aller Tiere, die ihre Heimat auf Madagaskar haben, lassen sich an keinem anderen Ort auf unserer Erde finden. Die madegassischen Tiere sind endemisch und einzigartig und haben sich auf Madagaskar, im Vergleich zu anderen Teilen der Erde, in eine völlig andere Richtung entwickelt.

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Chamleon madagaskar

Beispielsweise gibt es die berühmten und überaus niedlichen Lemuren (eine Primatenart, die zu den Feuchtnasenaffen bzw. zu den Halbaffen gehört), nur auf dieser einen Insel. Neben Säugetieren und Vögeln können auch viele Insekten und Reptilien auf einzigartige Art und Weise auf Madagaskar beobachtet werden.

Viele der madegassichen Arten sind vom Aussterben bedroht. Ein Grund hierfür ist die schnell fortschreitende Entwaldung, die auch in den Nationalparks stattfindet.

Neben den Riesenlemuren sind etwa zur gleichen Zeit auch noch andere madegassische Tiere, wie z.B. die Elefantenvögel und die madegassischen Flusspferde, bereits ausgestorben.

Das berühmteste madegassische Tier - Der Lemur

Die wahrscheinlich bekanntesten Vertreter der madegassischen Tierwelt sind die Lemuren. Madagaskar kann schlichtweg als DAS Land der Lemuren bezeichnet werden. Carl von Linné gab den Lemuren 1758 ihren wissenschaftlichen Gattungsnamen und spielt damit auf die großen Augen, lauten Schreie und die nachtaktive Lebensweise vieler Lemuren an, die ihn an die römischen Totengeister erinnerten. Viele Madegassen glauben noch heute, die Wiedergeburt ihrer Ahnen in den Lemuren zu sehen.

Zoologisch gesehen gehören die Lemuren zu den Feuchtnasenprimaten bzw. Halbaffen.

  Lemur 2 Madagaskar Lemuren Baum 1 von 1 Lemuren Wasser 1 von 1

Während die Lemuren in der restlichen Welt von höher entwickelten Affenarten und Menschenaffen verdrängt wurden, konnten sie sich in Madagaskar in Abwesenheit von natürlichen Feinden diversifizieren und weiterentwickeln.

Heute sind fast 100 verschiedene Arten von Lemuren auf Madagaskar bekannt, von denen der größte Teil nachtaktiv ist. Sie stammen ursprünglich alle von einer einzigen nachtaktiven Affenart an. Lemuren kommen heutzutage nur noch auf Madagaskar und den Komoren-Inseln vor.

In den letzten Jahren ist die Anzahl der bekannten Lemurenarten deutlich gestiegen. Während 1999 lediglich 31 lebende unterschiedliche Arten aufgelistet wurden, ist die Zahl bis zum Jahr 2008 auf 97 verschiedene lebende Arten gestiegen. Diese Entwicklung erfolgte durch mehrerer Neubeschreibungen und der Umgruppierung von bislang als Unterart geführten Populationen zu eigenständigen Arten.

Die Pflanzenwelt Madagaskars

Madagaskar ist eines der artenreichsten Pflanzenreiche unseres Planeten und beheimatet mehr als 12.000 Pflanzenarten, von denen mehr als 80 Prozent endemisch sind.

Stachelpflanze Madagaskar Bambus Madagaskar

 

 

 

 

Zum Vergleich: Das afrikanische Festland weist nur ca. 30.000 bis 35.000 Pflanzenarten auf einer Fläche auf, die rund 35-mal größer als Madagaskar ist.

  • 10 Pflanzenfamilien und 260 Pflanzengattungen auf Madagaskar sind endemisch.
  • 165 von 170 Palmenarten befinden sich nur auf Madagaskar; im Vergleich dazu wachsen auf dem afrikanischen Festland nur 60 verschiedene Palmenarten.
  • Eine ganze Familie, die Didiereaceae, kommt ebenfalls nur auf Madagaskar vor.
  • Auf Madagaskar sind knapp 1.000 Orchideenarten beheimatet, von denen wiederum rund 85 Prozent endemisch sind.
  • Weltweit sind acht verschiedene Baobab-Arten zu entdecken. Sechs davon sind auf Madagaskar endemisch.

Der bekannteste madegassische Baum - der Affenbrotbaum bzw. Baobab

Der Affenbrotbaum stammt aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und ist ein großer, markanter und häufig bizarr wachsender Laubbaum.

  Baobab Stockphoto Baobab 2 1 von 1

 

 

 

 

In weiten Teilen Afrikas und Australiens, aber vor allem auf Madagaskar, sind die Affenbrotbäume verbreitet. Von den insgesamt acht Baobab-Arten, die weltweit existieren, kommen allein sechs Arten ausschließlich auf Madagaskar vor.

Merkmale des Affenbrotbaums sind ein relativ kurzer und extrem dicker Stamm. Die ausladende Krone wird durch kräftige, oft unförmig erscheinende Äste gebildet. Im unbelaubten Zustand erinnert die Astkrone an ein Wurzelsystem, was zur Legende beigetragen hat, der Affenbrotbaum sei ein verkehrt herum gepflanzter Baum. Die graubraune bis graue Rinde ist zwischen fünf und zehn Zentimeter dick, außen hart und innen faserig. Dadurch kann der Baum kleinere Buschbrände relativ unversehrt überstehen.

Baobabs können mehrere hundert Jahre alt werden. Die ältesten Exemplare sind bis zu 800 Jahre alt.

Quellen: Azafran GmbH; ARD-Studio Johannesburg ; Lufthansa; madagaskar.de; spektrum.de

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Der Arbeitskreis "Eine Welt" e. V. hat sich zur Aufgabe gestellt, Menschen in schwach entwickelten Regionen der Welt zu helfen.

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